Totgeglaubte Ehefrau kehrt mit Zwillingen zurück

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Kapitel 5

Sophie reichte Timothy ein Glas Wasser.

„Trink langsam, verschluck dich nicht.“ Sie hockte sich hin und holte ein Taschentuch heraus, um ihm das Wasser aus dem Mundwinkel zu wischen.

Thomas, der in der Nähe gespielt hatte und ins Schwitzen geraten war, kam ebenfalls herüber. „Mama, ich will auch etwas!“

„Natürlich, mein Schatz.“ Sophie wandte sich wieder dem Café zu, um noch einen Becher zu holen.

Sonnenlicht umspülte ihre Gestalt und hüllte sie in ein sanftes Leuchten. Sie war das perfekte Bild mütterlicher Zärtlichkeit – friedvoll, liebevoll und gelassen.

Bei diesem Anblick blieb Benjamin fast das Herz stehen.

Sophie! Sie lebte tatsächlich!

Wie konnte sie es wagen … Wie konnte sie es wagen, ihren Tod vorzutäuschen und ihn fünf ganze Jahre lang zum Narren zu halten!

Diese letzten fünf Jahre – was für ein Leben hatte er ertragen müssen? In zahllosen Nächten war er voller Panik aufgewacht, heimgesucht von Bildern, in denen sie in einer Blutlache lag. Er hasste sie – hasste ihre Grausamkeit, hasste es, wie sie Olivia immer wieder verletzt hatte. Doch als er von ihrem Tod erfahren hatte, war dieses Gefühl, als würde ihm das Herz herausgerissen, unbestreitbar real gewesen.

Eine Zeit lang hatte er sogar geglaubt, seine Schuldgefühle hätten ihn in den Wahnsinn getrieben.

Aber nun stand sie da, überaus lebendig – und das mit zwei Kindern!

Benjamins Blick glitt unwillkürlich zu den Gesichtern der beiden kleinen Jungen in der Nähe.

Diese Gesichter waren perfekte Abbilder seines eigenen Aussehens als Kind!

Er rechnete in Gedanken rasch nach.

Vor fünf Jahren war Sophie ins Gefängnis gegangen und dann „gestorben“. Diese Kinder sahen aus, als wären sie nicht älter als vier oder fünf Jahre. Zeitlich passte es perfekt!

Sie waren also nicht der Nachwuchs eines anderen Mannes – es waren seine, Benjamins Kinder!

Eine Erkenntnis, ebenso absurd wie durchdringend, durchzuckte seinen Verstand. Vielleicht hatte er sie von Anfang an missverstanden.

Doch dieser Gedanke war flüchtig und wurde sofort von einer noch überwältigenderen Wut verdrängt.

Wenn es seine Kinder waren, warum hatte sie es ihm dann nicht erklärt?

Warum hatte sie ihn in diesen fünf Jahren, in denen sie am Leben war, nicht aufgesucht?

Sie zog es vor, sich mit seinen Kindern zu verstecken, anstatt zu ihm zurückzukehren.

Wollte sie ihm so verzweifelt entkommen?

„Benjamin?“ Nathan beobachtete die rasch wechselnden Gesichtsausdrücke seines Freundes mit wachsender Besorgnis. „Was machen wir jetzt?“

„Was getan werden muss“, antwortete Benjamin kalt.

Er würde ganz genau herausfinden, was Sophie im Schilde führte!

Nathan holte scharf Luft, wappnete sich jedoch, bevor er auf sie zuging.

Er setzte sich Sophie gegenüber und zwang sich zu einem Lächeln, von dem er hoffte, dass es professionell wirkte. „Entschuldigen Sie, sind Sie Stella? Ich bin Nathan Reynolds von Reynolds Enterprises. Freut mich, Sie kennenzulernen.“

Sophies Blick ruhte nur eine Sekunde lang auf Nathans Gesicht, und ihr Herz sank.

Nathan!

Benjamins bester Freund!

Was machte er hier?

„Es tut mir leid!“ Ihr Körper reagierte schneller als ihr Verstand, und die Worte sprudelten nur so aus ihr heraus. „Ich kann den Job nicht annehmen!“

Ohne Nathans Antwort abzuwarten, wandte sie sich zum Gehen.

In ihrem Kopf gab es nur einen Gedanken: Sie musste Timothy und Thomas sofort von hier wegbringen!

Sie durfte auf keinen Fall zulassen, dass Benjamin die Kinder entdeckte.

Mit seiner Macht und seinen Mitteln würde er sie ihr ganz sicher wegnehmen!

„Laura! Wir müssen sofort gehen!“ Sophie eilte nach draußen, und ihre Stimme verriet ihre Panik, obwohl sie versuchte, sich zu beherrschen.

Laura war zwar verwirrt, erkannte aber sofort, dass etwas nicht stimmte, stand auf und nahm beide Kinder an die Hand.

„Mama, was ist los?“, fragte Thomas verdutzt.

„Nichts, mein Schatz. Mir ist nur gerade etwas Dringendes eingefallen – wir müssen nach Hause.“ Sophie öffnete hastig die Autotür und half beiden Kindern hinein, bevor sie selbst auf den Fahrersitz glitt.

Der Motor heulte auf, und ihr SUV fädelte sich rasch in den Verkehr ein.

Während sie im Auto saß und zusah, wie das Café in ihrem Rückspiegel immer kleiner wurde, hatte sich Sophies Herzschlag noch immer nicht beruhigt.

Sie hatte geglaubt, auf jede Eventualität vorbereitet zu sein.

Doch in dem Moment, in dem sie wieder einen Fuß in diese Stadt setzte, konnte alles, was mit Benjamin in Verbindung stand, sie noch immer in Panik versetzen.

Sie musste vorsichtiger sein.

Das Fahrzeug fuhr gleichmäßig in Richtung ihres Zuhauses, und die Stimmung im Inneren war spürbar gedrückt. Thomas und Timothy spürten die Unruhe ihrer Mutter und blieben ungewöhnlich still.

An der Einfahrt zu ihrem Wohnkomplex machte sich Sophie bereit, auf den Parkplatz abzubiegen.

Plötzlich zerriss ein ohrenbetäubendes Bremsenquietschen die Luft.

Ein schwarzer Rolls-Royce Phantom schoss von der Seite heran, stellte sich mit brutaler Dominanz quer vor ihren Wagen und zwang sie zu einer Vollbremsung.

Die vorderen Stoßstangen waren keine zehn Zentimeter voneinander entfernt.

Sophies Herz schlug ihr bis zum Hals. Noch immer unter Schock stehend, beugte sie sich instinktiv vor, um ihre Kinder abzuschirmen.

Die Tür des Rolls-Royce wurde wuchtig aufgestoßen.

Benjamin stieg aus.

Als er im Gegenlicht der Sonne Schritt für Schritt auf ihr Auto zuging, ging von seiner hochgewachsenen Gestalt eine überwältigende, einschüchternde Aura aus. Sein atemberaubend attraktives Gesicht war eiskalt, wie das eines Dämonenfürsten, der geradewegs der Hölle entstiegen war.

In diesem Moment gefror Sophie das Blut in den Adern.

Er hatte sie also doch gefunden.

Er hämmerte mit der Faust gegen ihre Autoscheibe; die Wucht des Schlags ließ das gesamte Fahrzeug erzittern.

„Sophie Scott!“ Seine Stimme war so kalt, dass sie Eiskristalle hätte gefrieren lassen können. „Wie lange willst du dich noch verstecken?“

Sophie zwang sich, ruhig zu bleiben. Sie durfte vor ihm keine Schwäche zeigen.

Sie öffnete die Autotür, stieg aus und stellte sich Benjamin entgegen. „Mr. Brown, ich glaube nicht, dass wir etwas zu besprechen haben.“

„Nichts zu besprechen?“ Benjamin stieß ein kaltes Lachen aus. Sein Blick glitt an ihr vorbei zu den Kindern im Auto. „Was ist mit ihnen? Gibt es über sie auch ‚nichts zu besprechen‘?“

Er zeigte auf Thomas und Timothy. „Das sind meine Söhne! Wagst du es, das abzustreiten?“

Im Auto sahen Thomas und Timothy zu seinem wutverzerrten Gesicht auf.

„Böser Mann!“ Thomas funkelte ihn furchtlos an. „Wag es ja nicht, meine Mami zu ärgern!“

Timothy war noch direkter. Er nahm seine Kinder-Smartwatch und sagte mit seiner süßen Stimme: „Mami, sollen wir die Polizei rufen? Hier ist ein böser Mann, der uns belästigt.“

Diese einfachen Worte fachten Benjamins Wut nur noch weiter an.

Seine eigenen Söhne nannten ihn einen bösen Mann? Und drohten, ihn verhaften zu lassen!

„Genug!“ Benjamin verlor völlig die Geduld. Er packte Sophie am Arm und zog sie gewaltsam an sich. „Du wirst mir alles erklären! Was in diesen vergangenen fünf Jahren passiert ist!“

„Lass mich los!“ Sophie wehrte sich, ihr Handgelenk pochte unter seinem eisernen Griff.

Bei dem Gerangel wurde der Ärmel ihrer Chiffonbluse grob nach oben gerissen.

Augenblicklich kam ein Geflecht aus Narben zum Vorschein – verheilt, aber noch immer auf groteske Weise sichtbar.

Auf ihrem schlanken Arm überkreuzten sich Schicht um Schicht alte und neue Narben wie hässliche Tausendfüßler – ein erschütternder Anblick.

Benjamin hielt abrupt in seiner Bewegung inne.

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