Lass sie knien

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Kapitel 3 Kapitel Drei

Jaces Hand verweilte kurz am Türrahmen, bevor er zurücktrat. „Ruh dich aus. Ich hole dir Wasser und Eis. Vielleicht rufe ich den Rudelarzt an – nur für den Fall.“

„Ich habe gesagt, ich brauche keinen Arzt.“ Julians Knurren war scharf, aber Jace zuckte nicht zusammen. Er neigte nur einmal gehorsam wie immer den Kopf, bevor er die Tür hinter sich schloss.

Stille drängte sich auf. Julian atmete schwer aus und fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. Hitze kroch über seine Haut wie ein Lauffeuer, sein Puls hämmerte. Er riss sich die Jacke vom Leib und zerrte dann an den Knöpfen seines Hemdes, bis es offen hing. Seine Stiefel schlugen mit einem dumpfen Geräusch auf dem Teppich auf, die Socken folgten.

Aber die Hitze ließ nicht nach. Sie verdichtete sich, kroch tiefer, rollte sich heiß und drängend zwischen seinen Schenkeln zusammen. Sein Glied schwoll an, hart und unnachgiebig, und drückte gegen den Stoff seiner Hose, bis er einen Fluch unterdrücken musste.

Julian erstarrte. Sein Blick schoss zu der kleinen Papiertüte auf dem Schreibtisch – der, in der sich der Honigkuchen befand, den er gedankenlos gekauft hatte.

Der Duft zog durch den Raum, süß und würzig, und haftete an ihm, so wie in dem Moment, als er die Bäckerei betreten hatte. Er griff nach der Tüte, riss sie auf und hob den Kuchen an sein Gesicht. Das Aroma traf ihn härter, scharf und berauschend.

Sein Glied zuckte und spannte schmerzhaft gegen seine Hose.

Julian fluchte leise, die Fingerknöchel weiß um die Tüte gekrallt. „Was zum Teufel machst du da?“, knurrte er seinen Wolf an. „Willst du jetzt ein Gebäckstück ficken?“

Aber sein Wolf antwortete nicht mit Worten. Er drängte nach vorn, hungrig und unerbittlich, zerrte ihn auf die Beine, jeder Nerv von einem einzigen Verlangen erfüllt: Finde die Quelle.

Der Kuchen war nicht genug. Er war nur ein Faden – eine Spur. Und sein Wolf würde ihr folgen.

Kurze Zeit später klickte die Tür auf und Jace trat mit einem Eiskübel in der einen und seinem Handy in der anderen Hand ein. „Also gut, Julian, ich habe …“

Er erstarrte.

Die Suite war leer. Julians Hemd und Hose lagen in Fetzen auf dem Teppich, die Stiefel waren halb unter den Schreibtisch getreten. Die Papiertüte lag aufgerissen auf dem Boden, der Honigkuchen war an der Tischkante zerquetscht.

Jaces Blick schnellte zum Fenster. Die Vorhänge wehten im Abendwind, der durch ein klaffendes Loch hereinzog. Das Glas war zersplittert und glitzerte auf dem Teppich wie verstreute Diamanten.

Mit zwei Schritten durchquerte er den Raum und beugte sich hinaus, um die Straße unter ihm abzusuchen. Kein Wolf. Kein Alpha. Nur der schwächste Schatten, wo die Büsche am Bordstein zerdrückt worden waren.

„Verdammt“, murmelte Jace und fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. Sein Puls beschleunigte sich, scharf und schnell. „Das ist nicht gut.“

Währenddessen schob Kaelani zitternd ihren Schlüssel ins Schloss und stieß die Tür auf. In dem Moment, als sie eintrat, traf sie die Wärme wie eine Wand. Nicht die gemütliche Art, die sie sich hier über die Jahre geschaffen hatte. Diese war erstickend, brannte von innen heraus.

Sie riss sich die Kleider vom Leib, während sie den Flur entlangstolperte – Bluse, Stiefel, Jeans – und ließ sie in einer Spur hinter sich. Ihre Nägel gruben sich in ihre eigene Haut, als ob allein der Druck Linderung verschaffen könnte, und kratzten über ihre Arme, ihren Bauch, ihre Schenkel. Aber das Jucken war nicht an der Oberfläche. Es war tiefer, nagend, urtümlich.

Als sie das Badezimmer erreichte, war sie nackt, ihr Atem ging stoßweise, ihr Körper war von der Hitze rosig gefärbt. Sie drehte den Duschknopf mit aller Kraft auf, und das Wasser prasselte in einem eiskalten Strahl herab. Sie trat darunter und schnappte bei dem Schock nach Luft.

Aber es war nicht genug.

Die Kälte glitt über ihre brennende Haut und verursachte Gänsehaut, aber das Feuer in ihr loderte nur heißer. Es rollte sich tief in ihrem Bauch zusammen, zog sich zusammen, fordernd, pulsierte an Stellen, die sie noch nie so roh, so verzweifelt gefühlt hatte. Ihre Hände stützten sich gegen die Fliesen, die Stirn nach vorne gedrückt, während sie ein Geräusch unterdrückte, das halb Wimmern, halb Knurren war.

Keine Linderung. Kein Entkommen.

Das Wasser strömte kälter, schärfer, und trotzdem konnte es das Feuer nicht löschen, das sie von innen verzehrte.

Kaelani drehte das Wasser mit einer schnellen Bewegung ab und taumelte zurück gegen die kühlen Fliesen. Tropfen hingen an ihrer Haut und rannen an ihrem erhitzten Körper herab, aber das Feuer in ihr brannte nur heißer. Sie holte tief Luft und ging barfuß auf dem Badezimmerboden auf und ab, wobei sie nasse Fußabdrücke hinterließ.

Draußen war es kühler. Das hatte sie schon gespürt, als sie die Bäckerei verlassen hatte. Wenn sie nur an die frische Luft käme, würde die Hitze sie vielleicht nicht mehr so vollkommen ersticken. Aber nackt konnte sie nicht nach draußen gehen.

Mit ungeschickten Fingern zerrte sie sich ein dünnes Trägertop über den Kopf, dessen Stoff an ihrer feuchten Haut klebte. Ein Paar Höschen folgte, hauchdünn und ohne jeden Schutz vor dem Schmerz, der sie innerlich zerriss.

Sie stieß die Hintertür auf und taumelte in ihren kleinen Garten. Die Abendbrise strich kühl und schneidend über sie hinweg, und für einen Moment hätte sie vor Erleichterung fast geweint. Sie fiel im Gras auf die Knie, die Handflächen in die Erde gedrückt, die Stirn zum Himmel geneigt.

Doch das Brennen ließ nicht nach.

Es wütete weiter in ihrem Bauch, in ihrer Haut, zog sich enger zusammen, fordernd. Ihre Oberschenkel pressten sich aneinander, als könnte sie es einfangen, doch der Schmerz wurde nur schlimmer. Ein verzweifelter, gebrochener Laut entrang sich ihrer Kehle.

Ihre Hände bewegten sich ohne nachzudenken, glitten über ihre feuchte Haut, schoben sich unter den dünnen Bund ihres Höschens. Ihre Finger drückten gegen ihre schmerzende Mitte, doch die Erleichterung war flüchtig, hohl. Die glitschige Hitze ihres Körpers verstärkte nur, wie leer sie sich fühlte, wie scharf und unerbittlich das Verlangen geworden war.

Sie keuchte auf, ihre Hüften wiegten sich ihrer eigenen Berührung entgegen, aber das Gefühl war falsch – oberflächlich, unbefriedigend. Das Feuer in ihr verlangte nach mehr, krallte sich nach etwas, das sie sich selbst nicht geben konnte.

Ein Wimmern blieb ihr in der Kehle stecken, als sie fester und schneller drückte, auf der Jagd nach auch nur dem kleinsten Hauch von Erlösung. Aber egal, wie sie sich bewegte, es schürte nur die Flammen, die in ihr tobten. Nichts linderte es. Nichts würde es je tun.

Dann hallte ein tiefes, kehliges Knurren durch die Nacht.

Kaelanis Kopf schnellte hoch, ihr Atem stockte. Aus der dunkelsten Ecke ihres Gartens leuchteten zwei brennende Augen, unblinking, raubtierhaft. Die Gestalt bewegte sich vorwärts, Muskeln und Fell in tödlicher Anmut, bis das Mondlicht ihn vollständig enthüllte.

Ein riesiger schwarzer Wolf.

Ihr Herz schoss ihr in den Hals. Sie stolperte auf die Fersen zurück, krabbelte, das Gras glitschig unter ihren Füßen. „Nein“, flüsterte sie, während Entsetzen den Hitzeschleier durchbrach. Sie versuchte, sich rückwärtszuschieben, die Handflächen in die Erde gegraben, doch die Bestie schlich näher, die Schritte bedächtig, sicher.

Er senkte den Kopf, die Nüstern gebläht, sog ihren Duft ein. Ein tiefes, grollendes Knurren vibrierte aus seiner Brust, als er die Distanz überbrückte, sie umkreiste und an ihrer Haut schnüffelte. Als seine Schnauze tiefer drückte, hin zu der Hitze, die zwischen ihren Schenkeln strömte, entfuhr ihren Lippen ein erstickter Schrei.

Endlich. Die Quelle des Duftes, den er gejagt hatte.

Der Hunger des Wolfes war greifbar, seine Absicht unverkennbar. Kaelanis ganzer Körper bebte, zerrissen zwischen Angst und dem unerträglichen Verlangen, das sich in ihr wand. Sie wollte schreien, rennen, aber das Feuer in ihren Adern machte sie schwach und zittrig.

Kaelani stemmte die Handflächen mit hämmerndem Herzen auf den Boden und zwang ihren Körper, sich zu bewegen. Sie stieß sich aufrecht, verzweifelt darauf aus, die Hintertür zu erreichen, hineinzugelangen, wo sie diesen Albtraum aussperren konnte.

Doch der Wolf war schneller.

Er stieß tief nach vorn und presste seine Schnauze zwischen ihre zitternden Schenkel. Ein Schrei entrang sich ihrer Kehle – gedemütigt, wütend, am Ende –, doch der glühende Rausch, der auf die Berührung folgte, raubte ihren Beinen die Kraft. Ihr Körper verriet sie, bebend vor einem Verlangen, das sie nicht fühlen wollte.

„Nein – hör auf –“, keuchte sie, aber das Wort löste sich in einem Wimmern auf, als die Hitze sie erneut durchfuhr. Sie hätte ihn wegstoßen sollen. Sie hätte kämpfen sollen. Aber sie konnte sich nicht bewegen. Konnte nicht denken.

Und dann, vor ihren weit aufgerissenen Augen, löste sich Fell in Haut auf. Muskeln verformten sich, Knochen knackten und formten sich neu, bis es nicht mehr der riesige Wolf zwischen ihren Beinen war – es war er.

Dieser Alpha aus ihrer Bäckerei.

Sein Mund ersetzte die Schnauze, seine Zunge kostete sie mit wildem Hunger. Seine Hände umklammerten ihre Schenkel, hielten sie offen und verankerten sie, als könnte sie verschwinden, wenn er sie losließe.

Kaelanis ganzer Körper bebte, Entsetzen und Hitze prallten aufeinander, bis sie nicht mehr wusste, was was war. Sie wollte schreien. Sie wollte sich hingeben. Sie konnte keines von beidem tun.

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