Die verstoßene Erbin schlägt zurück

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Kapitel 2

Das Mädchen, das vor ihr stand, war ungefähr im selben Alter; die Wangen leicht gerötet, das lange, zurechtgemachte Haar fiel ihr ordentlich über die Schultern.

Mit selbstgefälliger Miene schüttelte sie das Kästchen in ihrer Hand und ließ das zarte Armband darin aufblitzen. „Sieh dir das an, Elizabeth. Du und deine erbärmliche Mom seid endlich aus der Kaiser-Familie gekrochen – lag ich nicht goldrichtig?“

„Von jetzt an bin ich die echte Prinzessin der Kaisers, nicht du.“

Sie brach in Gelächter aus, das Gesicht vor Überheblichkeit verzerrt.

Elizabeth starrte sie an, die Augen gerötet, die Lippen zitternd, als sie sagte: „Dieses Armband, dein Kleid – das war einmal meins. Meins!“

„Ach bitte“, schnaubte das Mädchen. „Wenn du sie zurückwillst, dann komm und hol sie dir.“

Sie klappte das Kästchen auf und zog mit Absicht den Jade-Armreif heraus, schwenkte ihn höhnisch an ihrem Handgelenk.

„Charlotte, ich werde keinen von euch davonkommen lassen.“

Elizabeth ballte die Fäuste, hustete Blut, während die Wut in ihrer Brust überkochte.

„Und du“, fauchte sie und wandte sich Lucas zu, „du kaltblütiger Feigling. Du hast den falschen Leuten vertraut.“

„Ich hoffe, du verrottest in der Hölle!“

Ihre Stimme war voller Schmerz, jedes Wort wie aus ihrem Herzen geschnitten.

Sie wankte vom Boden hoch, ignorierte das grausame Gelächter hinter sich und rannte geradewegs aus der Villa, nur mit dem einen Wunsch, das Krankenhaus zu erreichen und ihre Mom herauszuholen.

Obwohl der Weg dorthin lang war und ihr kleiner Körper kaum durchhielt.

Sie wusste nicht mehr, wie weit sie gelaufen war, als die Straße sie in einen stillen Wald führte.

Wirre Büsche und tiefe Äste zerrten an ihren Beinen und ließen sie straucheln.

Diesmal, als sie fiel, stand sie nicht wieder auf. Ihre Glieder waren zu schwach, um sich zu bewegen.

Ihr Blick verschwamm, und ihr Kopf füllte sich mit schwerem Nebel.

„Mom...“, murmelte sie schwach, Tränen liefen über ihre schmutzverschmierten Wangen.

Zeit verging. Sie lag da wie eine leblose Puppe.

...

Der Klingelton ihres Handys riss Elizabeth aus der Erinnerung.

Sie öffnete die Augen. Der Wagen hatte bereits vor dem Einkaufszentrum angehalten – es war das erste Mal, dass sie seit dem Verlassen der Organisation wieder draußen war.

Sie senkte den Blick, zog das Telefon hervor. Ihr Meister rief an. „Kaiser, ich habe dich zehn Jahre lang großgezogen, nur für diesen Moment. Du bist dran, die Firma zu übernehmen. Ich bin dann mal weg, das Leben genießen.“

Elizabeth erstarrte vor Schreck. „Warte, aber ich will wirklich nicht –“

„Wagst du es, mir zu widersprechen? Wofür glaubst du, habe ich dich großgezogen, hm?“ Die Stimme am anderen Ende wurde schneidend.

Elizabeth rieb sich verlegen an der Nase und sah ein wenig hilflos aus. „Meister, ich bin eher eine Kämpferin, wissen Sie, nicht gerade der Geschäftstyp. Außerdem gibt es doch eine ganze Reihe älterer Schüler vor mir.“

„Wer? Nie von denen gehört. Mein Vermögen geht an eine Tochter, nicht an Söhne. Klar?“

„Dann adoptieren Sie doch noch ein anderes Mädchen als Schülerin?“

„Du bist die Letzte, die ich aufgenommen habe.“

„Dann bekommen Sie eben selbst eine Tochter.“

„Hau ab!“ schnappte ihr Meister. „Du hast drei Monate. Komm zurück und übernimm die Firma!“

Bevor sie antworten konnte, wurde das Gespräch abrupt beendet. Elizabeth stieß einen langen Seufzer aus, wie sich bereits Kopfschmerzen ankündigten.

Kaum war sie vom Schlachtfeld runter, und jetzt wurde sie in die Geschäftswelt geworfen? Im Ernst?

Sie schleppte sich aus dem Wagen und schlenderte ziellos umher, der Kopf ein einziges Durcheinander.

In Gedanken versunken hörte sie plötzlich Schritte, die in ihrer Nähe schneller wurden.

Als sie aufsah, sprintete ein gut aussehender Mann auf sie zu, dicht gefolgt von ein paar Männern in Schwarz.

Mitten am helllichten Tag, und sie jagten einen Kerl ganz offen, als wäre das nichts?

„Bang!“ Einer der Männer zog plötzlich eine Waffe. Der Gejagte warf sich nach vorn, um dem Schuss auszuweichen.

Das weckte ihre Aufmerksamkeit.

Elizabeth blinzelte, wich aber nicht aus. Sie ging mit ihm zu Boden, als er sie zu Boden riss.

Als sie hochsah, erkannte sie sein Gesicht – zerzaust und außer Atem, und trotzdem auf unerquicklichste Weise gut aussehend.

Noch ehe der nächste Schuss krachte, rollte Elizabeth sich mit einem Ruck ab. Der Blick messerscharf, schnellte sie vor und ging mit entschlossenen Schlägen direkt auf die Handgelenke und Arme des Schützen los.

Ein paar brutale Treffer saßen, und die Männer in Schwarz husteten Blut.

Unbeeindruckt legte Elizabeth die Finger zusammen und schlug präzise auf einige Druckpunkte.

Die Männer hatten nicht einmal Zeit zu schreien, bevor sie wie Säcke aus Ziegeln zu Boden sackten.

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