Die verstoßene Erbin schlägt zurück

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Kapitel 1

Das Dröhnen der rotierenden Rotorblätter fraß sich durch den Himmel.

Elizabeth Kaiser stand aufrecht im Inneren des Helikopters, in ihrer Uniform, die Schultergurte im Sonnenlicht matt schimmernd. Sie warf einen Blick hinab auf das Schlachtfeld unter ihr – nun still. Panzer und gepanzerte Fahrzeuge rollten vor, trugen entschlossene Soldaten weiter.

Nach drei brutalen Monaten des Kämpfens hatten sie endlich das letzte Stück Territorium für Aethelgard zurückerobert.

Evan Sands trat neben sie und salutierte knapp. Seine Stimme blieb respektvoll, als er meldete: „General Kaiser, der Kaiser hat den Befehl erteilt. Wenn Sie darauf bestehen, sich zur Ruhe zu setzen, wird Ihnen der Zentralbezirk von Axis Center zugesprochen. Außerdem werden Sie zur Oberkommandierenden von Aethelgard ernannt. Und was die übrigen Belohnungen angeht – was immer Sie wollen, nennen Sie es einfach.“

Axis Center war elitäres Gebiet in der Hauptstadt, und der Zentralbezirk noch exklusiver – Heimat nur der Mächtigsten und Reichsten.

Ein solches Angebot, zusammen mit dem Titel der Oberkommandierenden, würde Elizabeth an die Spitze der Machtordnung des Landes setzen – direkt unter dem Thron. Niemand könnte ihr etwas anhaben.

Sie nickte leicht, das Gesicht ruhig, der Ausdruck unbewegt.

Sie war vor langer Zeit in die Tötungsfelder des Krieges getreten, hatte sich einer blutgetränkten Organisation angeschlossen, die Krieger für die Hölle auf Erden ausbildete – und sie hatte überlebt, mehr noch: Sie war darin aufgeblüht. All die Jahre hatte sie sich durch den Tod gekrallt, um dorthin zu gelangen, wo sie nun stand.

Doch jetzt wollte sie nur noch nach Hause zurück. Sich zurückholen, was ihr hätte gehören müssen.

Die Erinnerung an jene Nacht, vor zehn Jahren, riss ihr noch immer das Herz auf.

Sie konnte sich noch sehen – klein, hilflos –, wie sie in dieser riesigen, überladen dekorierten Villa kniete, weinend zu Füßen ihres Vaters. „Dad, bitte … bitte lass Mom raus. Sie hat nichts falsch gemacht …“

„Sie hat nichts getan, um das zu verdienen!“

Tränen liefen über ihr kleines Gesicht, die Augen voller verzweifelter Hoffnung.

Lucas Kaiser saß kalt auf dem Sofa, rührte sich nicht einmal beim Klang ihres Schluchzens. Sein Blick strich über ihre zierliche Gestalt und die bleichen Wangen, als wären sie ein Problem, für das er keine Zeit hatte.

Kein Hauch von Mitleid in seinen Augen. Nur reine Gereiztheit.

„Erwähne diese verdammte Frau nicht noch einmal vor mir. Sie hat darum gebettelt. Ich werde sie nicht verschonen.“

Jedes Wort war mit Eis überzogen.

Elizabeth kniete noch immer, weinte, durchnässte den teuren Teppich. „Bitte, Dad, nenn sie nicht so … hol sie einfach aus der Anstalt raus, bitte!“

„Mom hat dir nie etwas zuleide getan. Es war Tante Sophia …“

Bevor sie ausreden konnte, krachte sein Stiefel in sie hinein.

„Hau ab! Du kannst froh sein, dass ich dich leben lasse, weil du meine Tochter bist. Dräng mich noch einmal, und ich schick dich mit dieser Frau ins Grab!“

Sie hielt sich den Bauch, krümmte sich unter dem Schlag, blieb aber nicht liegen.

Sie stemmte sich wieder hoch, die entschlossenen Augen fest auf ihn gerichtet. „Ich werde dich nicht mehr belästigen. Ich will nur Mom zurück … sie ist immer noch deine Frau. Bitte …“

„Oma und der kleine Bruder warten auf sie. Ich kann Mom nicht verlieren. Bitte …“

Schmerz und Ohnmacht fluteten ihre Augen, Tränen tränkten ihr Gesicht.

„Vergiss es. Diese dreckige Frau hat betrogen und einen Bastard zur Welt gebracht – sie verdient den Tod!“

Lucas’ Stimme triefte vor Gift. Die Geduld war aufgebraucht; er erhob sich und bellte dem Butler einen knappen Befehl zu: „Schaff sie weg. Verriegel die Tore. Soll sie sehen, wo sie bleibt.“

„Ja, Sir.“ Ian Klein, der Butler, nickte.

Ian marschierte heran, riss das Mädchen ohne einen Blick hoch und zerrte sie zur Tür.

„Ahh!“ Elizabeth schrie auf, als sie hart auf die Steinstufen prallte, der Schock des Schmerzes presste ihr einen Schrei aus der Kehle.

Staub bedeckte sie, doch es war ihr egal. Sie robbte zum Tor, hämmerte mit allem, was sie hatte, die Fäuste dagegen.

„Dad! Dad, bitte! Tu das Mom nicht an!“

Doch wie oft sie auch schrie, der Mann drinnen wankte nicht.

Nur das Grollen des Donners, der aus den dunklen Wolken über ihr heranrollte, antwortete ihr.

Ihre Schreie hallten durch die leere Luft, hart und schneidend.

Als ihr vom Brüllen die Kehle brannte, erschien plötzlich – jemand vor ihr.

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