Besessen vom Navy-SEAL

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Kapitel 2 Schwarz

Ich schließe kurz die Augen, als mein Blick wegen des Sauerstoffmangels zu verschwimmen beginnt.

Mein Peiniger packt grob in meine Pobacke, doch ich versuche, meinen Kopf ruhig zu halten und nicht zuzulassen, dass Panik mich überrollt. So unauffällig wie möglich öffne ich meine Handtasche, um das Pfefferspray herauszuholen, ohne das ich nirgendwo hingehe. Die Stimme meiner Tante hallt durch meinen Kopf, als sich meine Finger um die Waffe meiner Wahl schließen. Ich bin eine Simpson-Frau, und eine Simpson-Frau geht niemals unvorbereitet irgendwohin.

Der Idiot stöhnt mir so laut ins Ohr, während er seine Hüften an mir reibt, dass er nicht einmal merkt, was ich tue. Bevor ich den Arm heben und dem Motherfucker das Spray ins Gesicht jagen kann, wird er von mir weggerissen, und ich sauge eine volle Lunge Luft ein, als sein verschwitzter Körper nicht länger an meinem klebt.

Ein erstickter Schrei hallt durch die stille Seitenstraße, als ein Mann, ganz in Schwarz gekleidet und mit einem schwarzen Helm, meinen Angreifer in einen Würgegriff nimmt.

Ich war noch nie so dankbar.

„Das ist meine Freundin! Wir haben rumgemacht!“ Der Junkie versucht, sich aus dem Griff des Mannes in Schwarz herauszuwinden, aber es wirkt, als hätte der ihn in einem eisernen Halt.

„Er lügt!“, stoße ich hervor. „Er hat mir wehgetan, vielen, vielen Dank! Ich rufe die Polizei!“

Mein Atem stockt jetzt, wo ich in Sicherheit bin; mein Herz hämmert gegen meinen Brustkorb, während ich daran denke, was hätte passieren können, wenn der gute Samariter nicht gekommen wäre, um mir zu helfen. Ich hätte vergewaltigt werden können. Er hätte mich umbringen können!

Hastig krame ich mein Handy aus der Tasche und entsperre es mit zitternden Fingern. Dieser Mistkerl weiß offenbar nicht, wer ich bin oder wozu meine Familie fähig ist. Heute Nacht hat er sich mit dem falschen Mädchen angelegt.

Ich versuche noch, das Zittern in meinen Fingern zu beruhigen, um die Notrufnummer zu tippen, da füllt ein Würgen die stille Nacht.

Der Junkie klammert sich an den Hals, dort, wo das Blut in Strömen hervorschießt, die blutunterlaufenen Augen vor Terror weit aufgerissen, während er mich ansieht, als könnte ich ihm helfen.

Mir setzt das Herz einen Schlag aus, als mein Blick von ihm zu dem Mann in Schwarz wandert – in seiner Hand eine Klinge, die ich vorher nicht gesehen habe, triefend vor Blut.

Er sagt kein Wort, und obwohl ich weder sein Gesicht noch seine Augen sehen kann, weiß ich, dass er mich ansieht. Ich spüre die Wärme im Gesicht, die von dem gesichtslosen Fremden ausgeht.

Als hätte mich ein Defibrillator neu gestartet, setzt mein Herz wieder zum Galopp an, das Blut rauscht mir in den Ohren, und ich fürchte, ohnmächtig zu werden, als der Junkie auf die Knie sackt, das Blut auf meine sehr teuren Designerstiefel spritzt.

Dann kippt mein Angreifer um, als wäre es eine Filmszene, die Hände noch immer an der Kehle, und wie ein Opferlamm stirbt er mir zu Füßen.

Was zum fliegenden Fick ist gerade passiert?

„Wer sind Sie?“ Meine Stimme klingt klein und verängstigt.

Wer ist dieser Mann?

Er ist groß, und obwohl er eine Lederjacke trägt, die seinen Oberkörper verhüllt, ist das muskulöse Äußere nicht zu übersehen, der schwarze Stoff seiner Jeans umspannt modellierte Beine.

Er antwortet nicht. Er steht einfach da, reglos wie eine Statue, das Messer noch in der Hand, von dem Blut tropft.

Als wäre ich aus einem Traum erwacht, tue ich, was ich hätte tun sollen, als ich meinte, Schritte hinter mir zu hören. Ich renne, so schnell mich meine Absätze tragen, den Rest des Weges zu meinem Wagen.

Ich verschwinde zur Hölle von dort, bevor ich auf dem Asphalt lande, mit aufgeschlitzter Kehle.

Was zur Hölle ist passiert? Was zum Fick ist da hinten passiert!

Ist der Mann in Schwarz geschickt worden, um mir etwas anzutun? Mich zu entführen, für Lösegeld? Ich stamme aus einer sehr wohlhabenden Familie, und damit habe ich eine Zielscheibe auf dem Rücken, und trotzdem bitte ich, wie bescheuert, um Unabhängigkeit von meiner Familie. Ich hätte das Angebot meines Onkels annehmen sollen, als er mir immer wieder sagte, ich brauche einen Bodyguard.

Und doch ist mir der Mann in Schwarz nicht bis zu meinem Auto gefolgt.

Wenn er mich hätte mitnehmen wollen, wäre er mir gefolgt, oder? Ich bin sportlich und fit, aber dieser Kerl wirkt geschmeidig wie ein Panther, er ist vermutlich zehnmal schneller als ich.

Warum also zum Teufel rase ich nicht davon? Warum sitze ich hier einfach nur, die Hände um das Lenkrad gekrallt, und starre zu ihm hinüber, wo er immer noch vor dem Toten steht, den Kopf in meine Richtung gedreht?

Ich bin endgültig durchgedreht. Man sollte mich in eine Irrenanstalt sperren, denn ich rühre mich nicht, als seine dunkle Gestalt langsam auf meinen Wagen zugeht.

Als er die Fahrerseite erreicht, habe ich wieder aufgehört zu atmen.

Mein Auto verriegelt sich automatisch, aber er versucht nicht, die Tür zu öffnen. Er steht einfach da wie der Dunkle Ritter und scheint mich anzusehen.

Dann legt er seine Hand an die Scheibe.

Mein Blick fällt auf seine große Hand in einem schwarzen Lederhandschuh. Sie ist groß, und ich frage mich, wie sie ohne das Leder aussieht.

Werden die Handflächen Schwielen haben wie bei einem Mann, der hart arbeitet? Oder werden sie glatt sein? Wie bei Benedict, der nicht einen einzigen Tag in seinem Leben körperlich gearbeitet hat?

Das ist die Hand, die gerade jemanden getötet hat.

Als er sich nicht weiter bewegt, tue ich das Absur­deste, was ich je in meinem ganzen Leben getan habe.

Ich spiegele seine Hand mit meiner, als könnte ich sein Fleisch durch das Glas spüren.

Dann nickt er und tritt zurück, bleibt in einiger Entfernung stehen und beobachtet mich.

Ich starte den Wagen und fahre los, während der Mann in Schwarz mitten auf der Straße stehen bleibt.

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