„Du wirst mit einem Prinzen verheiratet“, sagte er kühl und abgemessen. „Du behauptest, du könntest diesem Rudel als Kriegerin nichts geben? Gut. Dann ist das deine Chance auf Wiedergutmachung.“
„Ehre?“ Ich spie das Wort aus wie Gift. „Du und der König seid genau gleich – ihr opfert mich beide nur zu gern für euer kostbares Vermächtnis.“
„Genug.“ Seine Stimme sank, gefährlich leise. „Willst du Jahrzehnte verbringen, ohne dich verwandeln zu können? Zusehen, wie alle, mit denen du trainiert hast, an dir vorbeiziehen? Ist es das, was du willst? Wirklich?“
Das Dementi blieb mir im Hals stecken. Wir beide kannten die Antwort.
„Dann geh.“ Jetzt weicher. „Du bist meine sturste Tochter, Elara. Diese Entscheidung ist brutal. Ungerecht. Aber wenigstens ist es eine Chance zu beweisen, dass du noch immer die Kriegerin bist, für die du dich hältst.“
Er hielt an der Tür inne. „Manche Wölfe kommen spät“, sagte er leise. „Die, um die du kämpfen musst – sie sind oft schöner, als irgendjemand je geahnt hat.“
Dann war er fort.
Sie trainierte wie eine Kriegerin. Kämpfte wie eine Kriegerin. Dachte wie eine, plante wie eine, blutete wie eine – genau wie die legendären Eltern, deren Namen sie weitertragen sollte.
Sie wurde nur nie zu einer.
Jeder Wolf verwandelt sich. Elara nicht. Ein einziger Fehlschlag löschte alles andere aus – kein Kommando, kein Platz auf dem Schlachtfeld. Nur ein Brautkleid und eine Reise ohne Wiederkehr in Vampirgebiet.
Die letzte Braut, die geschickt worden war, um genau dieses Bündnis zu sichern, hatte sich das Leben genommen. Elara ist diejenige, die sie hastig an ihrer Stelle entsandten – noch bevor die Tinte unter dem Vertrag überhaupt trocknen konnte.
Sie sagt sich, sie müsse nur dort überleben, wo ihre Vorgängerin es nicht geschafft hat.
Sie hat keine Ahnung, was in diesem Schloss wirklich auf sie wartet – und als sie es herausfindet, ist es bereits zu spät, noch davonzulaufen.